Frechen / Rhein-Erft-Kreis, den 07.Mai 2026
BSW Rhein-Erft kritisiert Startzeitpunkt der bewaffneten Bundeswehr-Übung „Gelber Merkur 2026“
Gedenken statt Gewehrschüsse: BSW fordert historische Sensibilität am Tag der Befreiung
Am Freitag den 08. Mai 2026 jährt sich die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht und damit das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 81. Mal. Für den Kreisverband BSW Rhein-Erft ist der Tag der Befreiung ein Tag des stillen Gedenkens und der historischen Mahnung. Aus diesem Grund werden Vertreter unserer Partei in Frechen an der Zentralen Gedenkstätte für die Opfer von Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft (Ecke Matthiasstraße/Franz-Hennes-Straße) feierlich einen Kranz niederlegen. Der Ort mahnt eindringlich an das Schicksal der rund 2.000 Menschen, die während der NS-Diktatur in Frechen Zwangsarbeit leisten mussten.
Überschattet wird dieser symbolträchtige Tag des Friedens durch den zeitgleichen Start der Bundeswehr-Übung „Gelber Merkur 2026“. Ab dem 8. Mai werden auch im Rhein-Erft-Kreis Soldaten im öffentlichen Raum trainieren, was nach offiziellen Angaben den Einsatz von Platzpatronen einschließt.
Das BSW Rhein-Erft reagiert mit deutlicher Kritik auf diese Terminierung, setzt einen bewussten Kontrapunkt und entscheidet sich ganz bewusst für eine angemessene Erinnerungskultur.
Peter Singer, Spitzenkandidat des BSW in Frechen, findet dazu klare Worte: „Es geht uns nicht um eine grundsätzliche Kritik an der Landesverteidigung, sondern um historische Sensibilität. Dass ausgerechnet am Tag der Befreiung – dem Symbol für das Ende von Krieg und Tyrannei – eine groß angelegte bundesweite Militärübung in unseren Regionen beginnt, zeugt von politischem und historischem Instinktverlust und spiegelt die Lage unseres Landes wieder. Echte sicherheitspolitische Vernunft beinhaltet auch den Respekt vor unserer Erinnerungskultur. Wir treffen uns bewusst zum stillen Gedenken, anstatt die Normalisierung des Kriegshandwerks im zivilen Alltag hinzunehmen.“
Das BSW Rhein-Erft steht gemäß seiner programmatischen Ausrichtung für eine Rückkehr der Vernunft. Dazu gehört unmissverständlich eine Politik, die auf Entspannung und Diplomatie setzt.